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Im Einsatz für die Wildtiere

Ob in Zirkussen, Zoos oder privaten Haltungen: Exotische Wildtiere leben zu Tausenden unsachgemäß in Menschenhand statt in ihrer natürlichen Heimat. Hilflos müssen Behörden und Tierschützer oft zusehen, weil rechtliche Bestimmungen oder Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere fehlen. Um diese Situation abzustellen, wurde domus animalium - Wildtierauffang - Menschen für Tierrechte e.V. aus der Taufe gehoben.

domus animalium (»Haus der Tiere«) setzt sich für eine Abschaffung der Haltung von Wildtieren in menschlicher Gefangenschaft ein. Insbesondere wird ein baldiges Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkussen und privaten Haltungen angestrebt. Neben der Durchsetzung dieses politischen Zieles auf nationaler und internationaler Ebene hat der Verein sich zur Aufgabe gesetzt, in konkreten Fällen aktiv zu werden und Tiere aus missbräuchlichen Haltungen durch Auswilderung in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen. Ist dies nicht möglich, sollen die Tiere in Auffangstationen untergebracht werden und unter möglichst natürlichen Bedingungen ihren Lebensabend verbringen können.

• Effizienz durch Zusammenarbeit

Zum Konzept von domus animalium gehört, insbesondere mit bestehenden Auffangstationen und mit Organisationen gleicher Zielsetzung zusammenzuarbeiten. So würde beispielsweise der Aufbau einer Auffangstation für Primaten in Deutschland mehrere Millionen Euro kosten. Die niederländische Affenschutzorganisation Stichting Aap hat hingegen bereits unterstützenswerte Einrichtungen geschaffen. Sie unterhält in den Niederlanden eine Auffangstation und hat im Februar 2005 mit dem Bau einer Primaten-Station in Spanien begonnen. Dorthin werden nach Fertigstellung auch die beiden Schimpansen Bobby und Wilma umziehen, die vor einigen Jahren vom Bundesverband befreit und an die niederländische Stiftung vermittelt worden waren. Durch derartige, geeignete Kooperationen können bereits vorhandenes, exzellentes Fachwissen sowie geschaffene Strukturen optimal genutzt werden. Unnötige Doppel-Arbeiten und Mehrfach-Projekte sparen Spendengelder, Kräfte und geben den zu versorgenden Tieren mittelfristig höhere Sicherheiten hinsichtlich ihrer Versorgung.
Zudem ist internationale Vernetzung auch deshalb wichtig, weil die Ausbeutung der Tiere nicht an nationalen Grenzen halt macht und diese oft quer durch ganze Kontinente »verschoben« und gehandelt werden. Rechtlich abgesicherte Hilfsaktionen und Maßnahmen sind aber nur bei Kenntnis der Landesgesetze und der entsprechenden Verordnungen und Behörden möglich.

• Internationales Netzwerk schaffen

In den ersten Jahren werden die praktischen Möglichkeiten von domus animalium - bedingt durch die erst einmal zu beschaffenden Finanzen - begrenzt sein. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt deswegen zunächst in der politischen Arbeit und im Aufbau eines internationalen Netzwerkes. domus animalium will außerdem in den nächsten Jahren insbesondere aktive Unterstützung beim Aufbau des oben genannten Projektes von Stichting Aap in Spanien leisten. Aber auch zu einigen weiteren Organisationen in Deutschland und der EU bestehen bereits feste Kontakte. So fand im April ein Treffen mit Vertretern der großen englischen Organisation Born Free Foundation statt, die sich weltweit gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos und Zirkussen engagiert.

Dr. Kurt Simons

DER AUTOR
Dr. Kurt W. Simons ist seit vielen Jahren im Vorstand der Dachorganisation Menschen für Tierrechte tätig. Seit 2005 leitet er auch die Geschicke des neuen Vereins domus animalium. Gerne beantwortet er persönlich Ihre Fragen. [mail]

LINKS ZUM ARTIKEL
Website unseres holländischen Partners: stichtingaap.nl
Website unseres englischen Partners: bornfree.co.uk
Website unseres Dachverbandes: tierrechte.de

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